Warum Corporate Blogs relevanter sind als Facebook und Twitter

Ich hatte neulich bei Twitter eine interessante Diskussion, bei der es um die Relevanz von Corporate Blogs ging. Frank Krings, Social Media Manager der Frankfurter Buchmesse, vertrat die Meinung, dass Unternehmensblogs eh nicht gelesen werden und daher für Unternehmen die sozialen Kanäle wichtiger seien. Darauf möchte ich gerne antworten, denn ich sehe das komplett anders.

Neu ist die Diskussion um die Relevanz von Corporate Blogs nicht gerade. Seit Jahren kämpfe ich (mit einigen Mitstreitern) nun schon dafür, dass Unternehmen eine ganzheitliche und nachhaltige Kommunikationsstrategie aufbauen, die sich um eine zentrale Content-Plattform dreht. Ob man das nun Corporate Blog, Content Hub, Unternehmensmagazin oder wie auch immer nennen möchte, spielt im Grunde keine Rolle. Die Übergänge sind fließend und die Unterschiede eher gering. Meist ist die technologische Basis WordPress, so dass die Bezeichnung „Corporate Blog“ sicher nicht verkehrt ist.

Bei den vielfältigen Diskussionen dreht es sich meist um Themen wie Relevanz, Themensetting, Ressourcenaufwand und ähnliche Dinge. Dabei sind viele Vorurteile, subjektive Meinungen und negative Erfahrungen im Spiel.

Schlechte Corporate Blogs sind kein Zeichen für fehlende Relevanz

Diskutiert man über das Lieblingsargument der fehlenden Relevanz von Corporate Blogs, so wird gerne auf schlechte Beispiele verwiesen. Das ist allerdings ein großer Fehler. Ja, es stimmt, es gibt viele Beispiele für schlecht aufgesetzte Corporate Blogs. Gerade in Deutschland fehlt ihnen oft eine grundlegende Strategie, die nicht auf Werbebotschaften oder PR-Material setzt. Wir sehen auf solchen Blogs dann im Grunde eine Sammlung verlängerter Pressemitteilungen, die gelegentlich von Eigenwerbung mit noch größerer Selbstbeweihräucherung unterbrochen werden. Dass das nicht gut funktioniert, keine Sichtbarkeit und kaum Interaktionen bekommt, ist nicht nur verständlich sondern auch gut. Gerade die fehlenden Interaktionen zeigen letztlich, dass die Online-Leser sehr wohl zwischen guten und nicht so guten Inhalten unterscheiden können. Dass sie uninteressante Inhalte nicht auch noch durch Kommentare, Likes oder Shares aufwerten, kann ich nur begrüßen. Selbst für das Unternehmen sind fehlende Zugriffe und Interaktionen eine Hilfe, wenn sie die richtige Schlüsse daraus ziehen.

Genau das passiert aber bei den Unternehmen und bei den Skeptikern eher selten. Statt es an der fehlenden oder falschen Strategie und ungeeigneten Inhalten festzumachen, heißt es schnell:

Corporate Blogs funktionieren nicht!

Dabei gibt es durchaus gute Beispiele, wie Kerstin Hoffmann unlängst drüben im UPLOAD Magazin herausgearbeitet hat. Wer ohne Vorverurteilungen durch die vielen Unternehmensblogs blättert, die in den letzten Monaten an den Start gegangen sind, wird dabei einige lesenswerte Inhalte finden, die auch durch die Zahl der Interaktionen eine relative Relevanz vermitteln. Bis dahin ist es ohne Frage ein mitunter langer und schwieriger Weg, wie ich durch meine Mitarbeit an den Blogs vom WWF Deutschland und der Deutschen Bahn selbst erfahren durfte. Aber ich habe eben auch erlebt, dass es funktionieren kann, Relevanz mit einem Corporate Blog zu erzeugen. Die Definition von Relevanz wäre an dieser Stelle noch zu klären, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur kurz: Relevanz kann sehr unterschiedlich sein und hängt in diesem Kontext auch maßgeblich von den Zielsetzungen ab. Wer also die Relevanz eines Corporate Blogs beurteilen will, muss dazu deren Zielsetzungen kennen.

Daraus folgt auch, dass man Relevanz nicht verallgemeinern kann. Nur weil es schlechte Corporate Blogs gibt, heißt das nicht, dass sie grundsätzlich nicht als Kommunikationsmittel taugen.

Corporate Blogs vs. Social Media: Die Inhalte erzeugen Relevanz, nicht der Kanal.

Corporate Blogs vs. Social Media: Die Inhalte erzeugen Relevanz, nicht der Kanal.

Stattdessen sind Corporate Blogs genauso auf gute Inhalte angewiesen, wie jedes andere Medium auch. Vielleicht sogar noch mehr, denn die Inhalte stehen nicht im Kontext einer fremden Plattform, sondern ganz direkt im Unternehmenskontext. Bei Facebook stehen die Unternehmensinhalte beispielsweise im Wettbewerb mit den vielen lustigen Inhalten, in dem nützliche, informative Inhalte schnell untergehen können.

Warum die sozialen Kanäle nicht ausreichen

Wer eine nachhaltige Kommunikationsstrategie aufsetzen möchte, sollte sich fragen, ob dafür Facebook, Twitter & Co ausreichen. Alle Inhalte, die dort veröffentlicht werden, haben nur eine geringe Lebensdauer. Bei dem Echtzeitmedium Twitter kann ein Inhalt bereits nach wenigen Minuten wieder in die Niederrungen der Timelines versinken. Hier helfen dann nur noch Retweets, die man sich aber auch erst verdienen muss. Auch Twitter-Ads wären eine Möglichkeit, die bislang in Deutschland aber noch nicht so recht ins Rollen kommen.

Bei Facebook bleiben die Inhalte theoretisch länger im sichtbaren Bereich. In der Praxis sorgt aber der Algorithmus dafür, dass wir nur eine kleine Auswahl der eigentlichen Inhalte angezeigt bekommen. Vor allem werbelastige Inhalte werden fast vollständig zurückgehalten — bis sie über ein Ad-Budget wieder sichtbar gemacht werden. Für Unternehmen bedeutet das: Wer sichtbare Werbebotschaften mit ausreichender Reichweite platzieren will, muss dafür zahlen. Das war sicher nicht immer so, doch mit dem Börsengang haben sich die Zielsetzungen von Facebook für immer geändert. Wer sich hier zu abhängig gemacht und alles auf die Karte Facebook gesetzt hat, muss nun für die frühere kostenlose Sichtbarkeit ordentlich zahlen.

Aber es ist nicht nur der Algorithmus von Facebook, der die Möglichkeiten der Unternehmen einschränkt. Die medialen Darstellungsformen haben sich in den letzten Jahren dynamisch weiterentwickelt. Storytelling, interaktive Elemente, Videos und Infografiken gehören heute zu einem gelungenen Content- und Formatmix dazu. Solche Formate begeistern die potenzielle Kundschaft und sorgen für die dringend benötigten Interaktionen. All das lässt sich aber auf sozialen Kanälen nicht oder nur mit großen Einschränkungen umsetzen.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Sichtbarkeit von Social Content in den Suchmaschinen. Sie fehlt schlicht. Unternehmen mit einer Social-only-Kommunikation müssen sich daher dringend bewusst machen, dass sie jeweils nur für kurze Zeit und für eine eingeschränkte Zielgruppe kommunizieren.

Aber wofür brauchen wir dann noch Facebook & Co?

Der große Vorteil von Facebook liegt in der gigantischen Nutzerzahl. Kein Netzwerk hat mehr aktive Nutzer. Unternehmen können das nach wie vor für sich nutzen. Eine Fanpage kann mit guten Inhalten auch heute noch ohne großes Budget funktionieren, nur liegen diese Inhalte immer öfter auf externen, eigenen Plattformen. Dort gibt es den nötigen Gestaltungsspielraum und die nötige Nutzungssicherheit durch die technische Hoheit. Das Unternehmen kann selbst agieren und die Plattform so gestalten, wie sie es gerne möchte und es für die Zielgruppe interessant und nötig ist. Facebook fungiert dann als Community und Verbreitungssatellit. Letzteres gilt übrigens auch für die vielen anderen Netzwerke. Nur wenn die Blogbeiträge konsequent mit den sozialen Kanälen verknüpft werden, schließt sich der Kreis in der Contentstrategie. Für die Konsumenten ist es dann egal, über welchen Weg sie auf das Unternehmen aufmerksam werden. Sie können sich die Plattform aussuchen, auf der sie mit dem Unternehmen interagieren möchten.

Beantwortung weiterer Kritikpunkte in Kürze

Da Frank sich die Mühe einer sehr ausführlichen Kritik an Corporate Blogs gemacht hat, versuche ich nun seine einzelnen Punkte zu beantworten, soweit sie bisher noch nicht behandelt wurden:

  • Corporate Blogs sind aufwändig und eine schwere Disziplin.

Ja, das stimmt sicher. Nur muss man sich als Unternehmen immer fragen, worum es hier eigentlich geht: Muss denn der Umgang mit der eigenen Kundschaft immer einfach, schnell und möglichst kostenlos sein? Die Kunden sind doch das größte Kapital eines jeden Unternehmens, da sollte die Kommunikation mit ihnen schon einen gewissen Stellenwert genießen. Dass Corporate Blogging nicht einfach ist, stimmt. Doch das gilt auch für die Kommunikation via Facebook. Ich empfehle Unternehmen an dieser Stelle, dass sie sich Knowhow ins Unternehmen holen und intern Mitarbeiter ausbilden. Das müssen sie auch in anderen Bereichen, aber gerade bei der so wichtigen digitalen Kommunikation soll gespart werden?

  • Ohne große Reichweite in den sozialen Kanälen erfährt niemand von neuen Blogbeiträgen.

Wie bereits ausgeführt können die sozialen Kanäle sehr gut als Satellit zur Verbreitung neuer Inhalte dienen. Dazu kommen aber auch noch weitere Mittel wie beispielsweise ein Newsletter, Hinweise in Flyern oder auf Produktverpackungen. Eine gute Idee ist es übrigens auch, wenn ein Corporate Blog Themen spielt, die aus dem Kundenservice angefragt werden. Treten dort immer wieder bestimmte Fragestellungen auf, deutet das auf ein großes Interesse und einen hohen Informationsbedarf hin. Ein entsprechender Blogbeitrag findet dann ganz sicher seine Leser und kann gleichzeitig den Kundenservice entlasten. Wenn beispielsweise via Twitter die behandelte Frage aufkommt, bekommt der Kunde/Interessent den Link zum Blogpost mit der Antwort.

  • In Blogs wird nicht kommentiert.

Ja, das ist seit Jahren so, wobei es da auch von Blog zu Blog Unterschiede gibt. Allerdings ist das kein spezielles Problem der Corporate Blogs, sondern spiegelt viel mehr das allgemeine Nutzerverhalten wider. Kommentiert wird in der Regel auf dem Kanal, den der Nutzer bevorzugt. Ich sehe das aber gar nicht als Problem an, denn wenn Interaktion das Ziel ist, spielt der Kanal nur eine untergeordnete Rolle.

  • Inhalte sind nur Mittelmaß

Das stimmt in vielen Fällen, aber auch hier haben die guten Corporate Blogs hinzugelernt. Dass sich Unternehmen nun an Memes und Newshacking beteiligen sollen, halte ich jedoch für falsch. Das sind Marketingtricks, die keine Informationen transportieren, sondern nur um Aufmerksamkeit buhlen – doch was ist das Ziel dabei?

  • Immer mehr Ex-Blogger haben eine starke Social-Media-Präsenz

Ja, es gibt tatsächlich einige Personen, die als Blogger angefangen haben und sich jetzt eher auf Facebook oder seltener auf Twitter verlegt haben. Das hat meiner Meinung nach aber nichts mit Corporate Blogs zu tun, um die es hier ja eigentlich gehen soll. Zudem ist das ein schönes Beispiel für das Henne-Ei-Paradoxon: Können diese Ex-Blogger nicht nur deshalb komplett auf Social Media setzen, weil sie sich dort über ihr Blog eine genügend große Reichweite aufgebaut haben? Was war also zuerst da?

  • Ephemeral Media passen besser zum Mobile-Konsum

Klar, denn genau dafür wurden Snapchat, Periscope & Co. entwickelt. Für Unternehmen stellt sich allerdings grundsätzlich die Frage, wie sie ihre Inhalte nachhaltig und zukunftssicher publizieren und vermarkten können. Gerade die aktuellen Trends zeigen sehr deutlich, dass die Entwicklungen im Social Web viel zu dynamisch sind, als dass Unternehmen noch länger vom Kanal her denken können. Sie brauchen einen zentralen Content Hub, von dem aus sie die verschiedenen Plattformen bedienen können. Ein besseres Werkzeug als einen Corporate Blog sehe ich hier nicht.

Fazit: Mit der richtigen Strategie sind Corporate Blogs sehr wertvoll

Blogs werden alle paar Monate wieder totgeschwiegen, aber sie existieren immer noch. Der Grund ist für mich sehr einfach: Sie lassen sich sehr dynamisch anpassen und trotzen damit jeder neuen Entwicklung und sie bieten eine Nachhaltigkeit und Sicherheit, die für Unternehmen extrem wichtig ist. Social-Media-Plattformen dagegen können wieder verschwinden – oder über Nacht die Regeln zum Nachteil der Unternehmen verändern.

Was ist eure Meinung zum Thema Corporate Blogs vs. Social Media? Ich freue mich auf eine spannende Diskussion…

22 Gedanken zu “Warum Corporate Blogs relevanter sind als Facebook und Twitter

  1. Hallo Falk,
    ein schöner Artikel, den ich so unterstreiche und gern einiges hinzufüge.

    Inhalte sind auch Kapital.
    Ich sehe, dass jede Menge guter Content in den sozialen Netzwerken „liegenbleibt“. Aus meiner Sicht wird hier sehr viel dieses Kapitals verschenkt.
    Wie du schon schreibst, hat man in einem eigenen Blog weitaus mehr Macht. Viele Hebel, die man selbst betätigen kann statt sich auf Algorithmen anderer verlassen zu müssen. Für eine schnelle Kommunikation sind Facebook und Co. prima. Fürs Branding, zur Imagepflege absolut genial. Solange es diese Plattformen gibt, in die so viel Zeit investiert werden. Ich will zwar nichts totreden. Die Vergangenheit lässt aber vermuten, dass Webseiten respektive Blogs einen längeren Atem haben werden. Auch, wenn diese ebenfalls schon für tot erklärt wurden.

    Ein Fragezeichen, was sich seit einiger Zeit bei mir nicht mehr auflösen will, und sich nun auch bei dir in deiner Gegenüberstellung „Corporate Blogs vs. Social Media“ auftut: Wer hat die Blogs eigentlich mal aus der Kategorie der sozialen Medien genommen? Zählt man diese wirklich nicht mehr zu Social Media?

    • Hallo Steve,

      ja, das ist auch meine Beobachtung, daher ist mir der Punkt mit der Verknüpfung der Kanäle sehr wichtig. Aber selbst wenn ein Blog schon da ist, werden die Beiträge nicht unbedingt in die sozialen Kanäle geteilt. Das liegt dann oft an der nicht existenten Content-Strategie, die nicht über alle Kanäle hinweg gedacht wurde. Blog und Social Media liegen vielleicht sogar in unterschiedlichen Verantwortungen und es fehlt intern an Kommunikation.

      Recht hast Du natürlich, wenn Du sagst, dass die Blogs doch eigentlich zu den sozialen Medien gehören. Ich habe diese Gegenüberstellung auch deshalb gewählt, weil sie mir in der Praxis immer wieder so begegnet ist. Ich erkläre mir das operativ: Während Unternehmen Facebook und Twitter schnell, einfach und kostenlos nutzen können, bedeutet das Aufsetzen eines Blogs deutlich mehr Vorleistung und die Etablierung einer eigenen Plattform. Das kann nicht mal eben auf dem kurzen Dienstweg entschieden werden 😉

  2. Stell Dir vor Du stehst auf einer Bühne. Der Zuschauersaal ist leer. Einer sitzt da und buht Dich aus. So oder so ähnlich ist die Erfahrung, wenn Unternehmen mit Corporate Blogging oder Social Media anfangen. Das Problem ist jedoch, dass die Finanzabteilung Zahlen sehen will. Wenn sie diese nicht sieht, droht das vorzeitige aus, bevor auch nur 300 Zuschauer da waren.
    Das Problem dabei ist aber meist, dass die falschen Leute die Themen vorgeben. Das ist genau so als würden Eltern Ihren Kindern die falschen Musikinstrumente oder überhaupt erst den Musikunterricht vorschreiben.
    Beides zusammengenommen kann und wird niemals Erfolg haben.
    Interessant ist, dass die meisten erfolgreichen Corporate Blogs aus der Not heraus entstehen. Nämlich dann, wenn bspw. Startups oder Enterpreneure für Aufmerksamkeit kämpfen müssen um Land zu gewinnen.

    • Hallo Viktor,

      das von Dir beschriebene Szenario ist mir ehrlich gesagt viel zu negativ. Es würde ja bedeuten, dass das Unternehmen keine bzw. nur einen Kunden hat und der mag es noch nicht mal.

      Auch das Zahlenproblem sehe ich etwas differenzierter. Es liegt in der Verantwortung des Enablers dafür zu sorgen, dass das Reporting auch wirklich wichtige Zahlen präsentiert, wenn es denn unbedingt erforderlich ist. Also Interaktionen statt Klickzahlen zum Beispiel.

      Das Themensetting gehört in die Hände der Redaktion. Dass dort auch mal Themen aus anderen Unternehmensbereichen angefragt werden ist legitim und unter Umständen sogar notwendig und gut . Die Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung muss aber autark bleiben, wenn die Inhalte die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden treffen sollen.

      Ich bin mir sehr sicher, dass oftmals falsche Vorstellungen und Erwartungen in ein CB gelegt werden. Da muss man intern schon in der Entwicklungsphase die richtigen Weichen stellen.

      Und der Kampf um die Aufmerksamkeit ist keine Not, sondern in einer Zeit der Contentschwemme eine Notwendigkeit!

  3. Corporate Blogs halte ich mit für die beste Möglichkeit, den Aspekt owned media samt Angebot eines Rückkanals anzubieten. Alles unter dem Label social media ist wie Sascha Lobo mal so schön sagte „nur geliehen“ und mir damit für manche Aspekte von Kommunikation im technischen Sinn schlicht nicht belastbar genug.

    Bei inhaltlichen Kleinigkeiten ertappe ich mich inzwischen auch dabei, das nur über social media zu posten. Sowie mir jedoch so etwas wie wiederkehrende Muster oder Bedeutung über das Momentum eines tweets hinaus auffällt, ist ein Blogpost doch die bessere Wahl. Nicht selten passiert es mir, dass ich mit dem Blogpost im Hinterkopf in social media Diskussionen im richtigen Moment und Umfeld mit einem Link auf eigenen oder Kundencontent antworten kann und so Leser einsammel, die ich sonst vermutlich nicht erreicht hätte. Das finde ich wertvoll.

  4. @Frank Hatten wir nicht schon mal die Diskussion auf G+ vor einem Jahr darüber? Ich erinnere mich vage. Damals ging es darum, dass selbst Größen wie Audi keine Strategie „gefunden haben“, die sich für Ihr Blog „lohnte“. Alle sind sie mit zig tausenden „Friends“ auf FB unterwegs haben aber auf Ihren Blogs nur ganz wenige Likes, Tweets oder Kommentare.

    Andersherum aufgezogen, also immer dann wenn erst ein Blog und daraus ein Unternehmen gewachsen ist, dann ist der Schwerpunkt genau andersherum.

    Ich bin immer noch der Meinung, dass Social Media und Corporate Blogging in Deutschland immer noch ein Luxusgut für Unternehmen ist http://siehe.link/2q

  5. Moin zusammen,

    vielen Dank – ein sehr lesenswerter Artikel, den ich so unterschreiben. Blogs scheitern aus meiner Sicht unter anderem an unrealistischen Erwartungshaltungen, fehlender Strategie und mäßiger redaktioneller Kompetenz. Im Mittelstand fährt man gern auf Sicht und denkt in Maßnahmen (es soll sich für das Geld ja schnell etwas bewegen und wiederum zu Umsätzen führen). Und den Lead haben hierbei nicht selten Marketing und Vertrieb. Aus eigener Erfahrung (gerade vor einigen Tagen wieder in einem Gespräch mit einem Unternehmer und seiner Marketingverantwortlichen erlebt) kann ich sagen, dass es häufig darum geht, Produkte zu inszenieren. Dass das dann nur „aufgerüschte Werbung“ ist und das bißchen Service vorweg nur als zusätzliches Verkaufsargument fungiert, das fällt dann den Lesern weitaus schneller auf als den sendungsbewussten Machern. Hier ist gute Beratung gefragt, damit das Unternehmen sich von dem eigenen Produkt- und Vertriebsdenken lösen kann, über den eigenen Tellerrand schaut und tatsächlich Service, Mehrwert für den Leser liefert.

    Sonnige Grüße,
    Harriet

    • Liebe Harriet,

      du hast die Tatsachen auf den Punkt gebracht. Vielen Dank! Oft liegt doch die falsche Nutzung der Kanäle dem Scheitern des Blogs zu Grunde, was meist eine beratungsresistente Einstellung des Unternehmers aufweist.

      Liebe Grüße
      Isabel

  6. Hallo Falk,
    dies ist der zweite starke Artikel, den ich den vergangenen zehn Tagen von dir gelesen und geteilt habe. Aus meiner Sicht als Nutzer und PR-Dienstleister hast auch dieses Mal meine volle Zustimmung! Zumal sich neue Kunden nicht selten bei mir beklagen, dass das mit ihrem Unternehmensblog nicht so recht rockt … Und wenn ich mir das Ganze dann mal näher anschaue, so stellt sich meist das heraus, was du oben erwähnt hast: keine Strategie, keine Qualität, keine Relevanz. Oder aber es fehlt schlicht und bescheiden die Promotion des Contents via Social Media etc.

    Hier mangelt es fundamental am Grundverständnis für Corporate Blogging. Klar, dass man so nix reißen kann.

    Die Gefahr besteht nun aber darin, dass der Begriff „Blog“ auf diese Weise zunehmend verbrannt wird. Zumindest im rückständigen Deutschland. Insofern spricht meines Erachtens einiges dafür, seinen Blog (wie Coca Cola und E-Plus etwa) zum Online-Magazin umzubauen. Dann muss man aber auch tatsächlich „liefern“ und zentrale redaktionelle Standards erfüllen. Fürn Appel und ein Ei geht das nicht. Und ohne Know-how, Strategie und gute (!) Stories schon mal gar nicht. Nur so wird ein Schuh draus.

    Gruß aus Duisburg
    Andreas Quinkert

    • Das sehe ich ganz genauso. Setzt allerdings voraus, dass Unternehmen einen Blog / ein Magazin nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition sehen. Und da gerade der Mittelstand ungern eine stattliche Summe in die Hand nimmt, ohne alsbald ein Ergebnis zu sehen, sehe ich darin eine Hürde. Es sei denn, der Unternehmer selbst ist sehr netzaffin.

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  8. Großes Lob!
    Grundsätzlich halte ich es für falsch, irgendein Instrument der Unternehmenskommunikation für untauglich zu erklären – Aufgabe des/der Verantwortlichen für die Kommunikation ist es doch gerade, die verschiedenen Instrumente in ihrem Wert zu erkennen, sie zu dirigieren und daraus einen Wohlklang zu schaffen.
    Möglicherweise ist auch eine trapsende Nachtigall unterwegs: Der Corporate Blog der Buchmesse findet ja weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt …

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  12. Ich finde den Artikel sehr gut und er zeigt mir Blogs aus einer deutlich besseren Perspektive als ich sie vorher gesehen habe. Ich finde die Idee auch sehr gut andere Medien wie Facebook oder Twitter als Satelliten zu nutzen um Leser auf den Blog zu holen. Allerdings habe ich da die Befürchtung, dass sich das deutlich einfacher anhört als es wirklich ist, da User die auf Facebook sind meist ehr weniger auf lange Texte aus sind. Macht es hier vielleicht auch Sinn zwischendurch interessante Videos in den Blogs zu posten um der Faulheit der User vorzubeugen und den Blog interessant zu halten?
    Des weiteren frage ich mich auch immer noch was besser ist? Ob man den Blog relativ auffällig auf der Firmenwebsite einbindet oder ob man den Website lieber komplett getrennt von der Firmenwebsite hält.

    • Hallo Elias,

      vielen Dank für Deinen Kommentar, Du sprichst da zwei Punkte an, mit denen ich regelmäßig konfrontiert werde 😉

      Es stimmt natürlich, dass Facebook-Nutzer oft auf der Suche nach schneller Unterhaltung, Information und Zerstreuung sind. Doch das spricht nach meiner Erfahrung überhaupt nicht gegen das Posten von Links zu längeren Artikeln. Letztlich muss man das Interesse der Facebook-Nutzer wecken, dann kommen sie auch auf das Blog. Und wer das beispielsweise über eine klar thematisch fokussierte Page macht, hat einen großen Vorteil: Wer die Page mit einem Like abonniert, hat sein Interesse schon signalisiert. Nicht umsonst ist Facebook immer noch der Trafficlieferant Nummer 1, egal ob bei kleinen oder größeren Seiten.

      Auch die Frage nach der Einbindung des Blogs wird mir oft gestellt. Ich stelle meinen Kunden dann gerne die Gegenfrage: Glaubt ihr, dass die Bloginhalte auch für die Websitebesucher interessant sind? Wirklich verneinen lässt sich diese Frage nicht, daher ist meine Empfehlung immer: Bindet das Blog in die bestehenden Kanäle ein. Und dazu gehört für mich auch ein gut sichtbarer Link in der Hauptnavigation der Firmenwebsite.

      Die Befürchtung, dass das Blog Traffic von der Website nehmen könnte, ist meines Erachtens nicht gerechtfertigt und habe ich in der Praxis so auch noch nicht erlebt. Oft ist das Gegenteil der Fall. Auch bei absatzgetriebenen Websites sehe ich keine Nachteile, denn das Blog ist ein wichtiger Bestandteil im Content-Marketing-Mix und ergänzt Produktseiten um Informationen auf der Ebene der Bedürfnisse.

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